Borderline Persönlichkeitsstörung

Emotionsregulation ist die Fähigkeit Gefühle zu steuern. Die meisten Menschen mit einer Borderline Störung haben Probleme ihre Gefühle zu gestalten und zu steuern. 

Heftige oft langandauernde und unangenehme Gefühle bestimmen ihr Erleben, ihr Gefühl für sich selbst und ihre Handlungen. Ein Hauptmerkmal der Borderline Störung ist eine sehr plötzlich auftretende starke innere Anspannung, die sich nicht eindeutig emotional einordnen lässt, d.h. eine Person ist sehr angespannt, fühlt sich mitgerissen in einer Flut von Emotionen, weiß aber nicht, ob sie nun z.B. wütend ist oder Angst hat.

Neben dem Hauptmerkmal können wir typische Erlebens- und Verhaltensmuster von Borderline Patienten in fünf Bereiche gliedern:

• Störungen der Emotionsregulation und Impulskontrolle

• Störungen des Denkens, schädliche Selbstbewertungen und Grundannahmen

• Störungen im zwischenmenschlichen Bereich

• Störungen der Ich-Identität

• Störungen auf der Verhaltensebene

Die Schwierigkeit, Emotionen zu steuern, steht im Zentrum der Borderline Störung. Die meisten anderen Probleme hängen damit zusammen. 


Wie zeigt sich eine Störung der Emotionsregulation im Alltag? 

Menschen mit einer Borderline Störung werden oft von Gefühlen überflutet. Die Stimmungen schwanken zwischen großer Angst und Ärger, Depression und schwerer Schuld und können durch Situationen ausgelöst werden, die anderen ganz harmlos erscheinen. Dieser Zustand führt oft zu einer unerträglichen Anspannung den die Patienten durch selbstschädigendes Verhalten (z.B. sich schneiden) versuchen zu lindern.

Die Betroffenen zeigen manchmal auch intensive Wut und Gereiztheit. Ihre Zornesausbrüche führen oft zu zwischenmenschlichen Problemen, da sie für andere unverständlich sind und überraschend auftreten.

Auch den Zustand von innerer Leere und Taubheit ist häufig quälend.

Wie beschreiben Patienten diesen Zustand? "Ich habe das Gefühl, dass nichts da ist. Ich kann nicht beschreiben, wer ich bin. Ich fühle nichts, ich erlebe mich selbst wie einen Hohlraum ... oder wie tot ... es gibt kein Leben in mir ... Ich bekomme panische Angst!"

Über die Hälfte der Betroffenen erlebt Dissoziationen, das sind Verzerrungen der Wahrnehmung von Raum und Zeit mit starken Gefühlen von Fremdheit und Kontrollverlust über den eigenen Körper. Manche haben dann das Gefühl, sich von ihrem Körper zu entfernen.

Wir gehen davon aus, dass dieses Dissoziieren für viele Betroffene ursprünglich ein Schutzmechanismus in (lebensbedrohlichen) bedrohlichen oder sehr unangenehmen Situationen war, eine Art "Notschalter".

Auch das Gefühl verfolgt zu werden, kann in Zeiten von hoher Belastung und Stress auftreten. Die Betroffenen empfinden dann Bemerkungen oder Handlungen von anderen als bedrohlich oder diffamierend, ohne dass dies der Realität entsprechen muss.

Zu den Denkstörungen gehören auch die grundlegenden Meinungen über sich selbst. Viele Menschen mit Borderline Störungen haben eine ausgesprochen schlechte Meinung von sich selbst: "Ich bin anders als alle anderen, ich bin dümmer, schlechter, durchtriebener, verdorbener ..." 

Diese negativen "Grundannahmen" beeinflussen nicht nur das Selbstwertgefühl, sie steuern auch häufig zwischenmenschliches Verhalten und verhindern berufliche Entwicklungen: "Ich habe es einfach nicht verdient, dass es mir gut geht, dass ich für Leistung belohnt werde ..." Es gibt sinnvollere Gedanken, oder?

Auch Ängste verlassen zu werden und instabile Beziehungen sind ein Merkmal der Borderline Persönlichkeitsstörung.

Quelle: Bohus - Skilltraining für Borderline Patienten


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