Social Distancing und soziale Kontakte - wie geht das?

Soziale Distanz während der Coronavirus Krise
Soziale Distanz während der Coronavirus Krise

Hier erfahren Sie, was Sie trotz social distancing für Ihre sozialen Kontakte tun können.


Soziale Kontakte sind für eine psychische Gesundheit und einen gesunden Selbstwert sehr wichtig. Momentan praktizieren wir das "Social Distancing" und gehen also auf Distanz zum anderen. 

Nach kurzer Zeit merken wir jedoch, dass dies etwas mit unserer Stimmung macht. Dabei ist es in der aktuellen Zeit extrem wichtig psychische Gesundheit und Stabilität aufrechtzuerhalten -  soziale Kontakte beizubehalten, dies aber eben physisch auf Distanz - also eher "physical distancing" und dennoch "distant socializing" zu betreiben. 

Dank der Technologien wie Telefon oder Internet sollte es uns heute leichter fallen in Kontakt zu bleiben. 

So können Sie sozial in Kontakt bleiben:

  • Versuchen Sie jeden Tag sozialen Kontakt aufzunehmen entweder per Telefon, E-Mail, Handy, sozialen Netzwerken, Tratsch am Balkon oder anderen Netzwerken.

  • Planen Sie soziale Kontakte ein.

  • Sprechen Sie über Ihre Einsamkeit.

  • Viele PsychotherapeutInnen bieten momentan Telefon- oder Videosprechstunden an.

  • Selbst kurze Kontakte von wenigen Minuten können Entlastung schaffen.


PsychoTipp1:

Machen Sie sich eine Liste mit Bezugspersonen oder Menschen, mit denen Sie Kontakt aufnehmen können: Familienmitglieder, Freunde, Bekannte, Kollegen, Nachbarn, professionelle Helfer. Sich zu vergegenwärtigen, wer in seinem sozialen Netz ist, kann das Gefühl von Einsamkeit bereits reduzieren.

PsychoTipp2:

Überlegen Sie sich zu jeder Person, wie und wie oft Sie mit ihr Kontakt halten können. Es kann auch eine Möglichkeit sein, Kontakte zu reaktivieren und andere zu intensivieren. 

PsychoTipp3:

Suchen Sie nach Möglichkeiten, um mit anderen in Kontakt zu bleiben und probieren Sie verschiedene Dinge aus. Machen Sie ruhig den ersten Schritt, auch wenn Sie sonst ein eher zurückhaltender Mensch sind. In der aktuellen Situation sind alle auf Unterstützung angewiesen.

Beispiele um mit anderen in Kontakt zu bleiben:

  • Telefonieren
  • Videotelefonie mit Einzelnen(Skype, FaceTime, WhatsApp, Signal, usw.)
  • Videotelefonie in der Gruppe(Skype, WhatsApp, Jitsi, Zoom, usw.)
  • Verabreden Sie sich online zu sozialen Anlässen: Sport machen, gemeinsame Mahlzeiten, Aperitif, Kaffee- oder Tee trinken)
  • Mit Nachbarn am Fenster oder Balkon sprechen
  • Einen Brief, eine Mail oder eine Postkarte schreiben
  • Sprachnachrichten aufnehmen und verschicken
  • Sich in Chats oder Foren austauschen 


Psychotipp4:

Erinnern Sie sich an schöne soziale Begebenheiten. Versuchen Sie sich in diese Situation wieder hineinzuversetzen. Nutzen Sie Fotos, Videos, Tagebucheinträge um die Erinnerung aufzufrischen, nehmen Sie sich dafür Zeit. 

Für Anregungen zu sozialen Erinnerungen, beantworten Sie die folgenden Fragen:

Welcher Mensch hat mich in letzter Zeit positiv überrascht? 
Wenn ich mich um einen lieben Menschen kümmerst - wie sieht das aus? 
Was gefällt mir an meinem Freund/Freundin besonders?
Bei wem fühle ich mich geborgen?
Mit wem kann ich so richtig lachen?
Welche lustige Begebenheit mit einem Freund oder Bekannten fällt mir ein?
Was mache ich lieber mit anderen gemeinsam als alleine?
Wenn ich jemandem einen Preis verleihen könnte, wer wäre es und weshalb?
Bei wem kann ich am besten entspannen?
Wer hat mir schon einmal durch schwierige Zeiten geholfen?





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Quelle: Antensteiner