Warum wir Leiden - Soll und Ist

Seelisches Leid kann man mit ACT verändern
Seelisches Leid kann man mit ACT verändern

Leid entsteht, wenn wir unzufrieden sind 

Wir leiden, weil wir ständig versuchen den Soll-Zustand und den Ist-Zustand abzugleichen. 

Das was IST soll dem weichen was SOLL, das was IST darf nicht sein, müßte es doch anders sein! Wir beschäftigen uns nicht gerne mit dem was IST und jagen dem nach was sein SOLL. So entsteht Leid, durch die Diskrepanz zwischen dem IST und dem SOLL. Wir leiden weil etwas nicht ist, wie es soll.

Ein paar Beispiele:

  • Ich bin von kleiner Statur und will größer sein, ich leide unter meiner Größe.
  • Ich habe eine Fieber und möchte gesund sein, ich leide darunter dass ich krank bin.
  • Ich bin schüchtern und möchte offen sein, ich leide unter meiner Schüchternheit.
  • Ich habe einen kleinen Busen und möchte einen großen, ich leide und bin unzufrieden.

Dann verwenden wir viel Energie und Zeit darauf, das was ist zu dem zu machen was sein soll, damit wir nicht mehr leiden.


Wie kann man seelisches Leiden lindern

Zunächst muss geprüft werden, ob das Leid tatsächlich aus eigenen Stücken beendet oder verändert werden kann. Jemand der eine Amputation hinter sich hat, kann sich noch so viel mit dem Soll Zustand beschäftigen, es wird sich nicht verändern. 

Tipp 1 zum verändern von seelischem Leid: prüfen Sie, ob Sie die Situation oder den Zustand tatsächlich verändern können. 

Tipp 2 zum verändern von seelischem Leid: wenn Sie festgestellt haben, dass Veränderung in Ihrer Macht liegt und möglich und realistisch ist, forschen Sie danach, wie Sie die Veränderung anstreben können (z.B Verhaltenstherapie bei sozialer Phobie)

Tipp 3 zum verändern von seelischem Leid: wenn Sie festgestellt haben, dass die Situation oder der Zustand durch eigene Kraft (oder die Kraft von jemand anderem) nicht veränderbar ist, müssen Sie lernen die Situation, dem Umstand, das Problem zu akzeptieren. Nur dann, können Sie sich von seelischem Leid befreien.


In einer Verhaltenstherapie können Sie lernen den IST Zustand zu akzeptieren und ihn sich zu Nutze machen - wir nennen das ACT (Akzeptanz und Commitment Therapy):

Zentrales Behandlungsziel ist nicht primär die direkte Reduktion oder Veränderung unangenehmer Gedanken, Gefühle, Reaktionen und Körperempfindungen zu erstreben, sondern vielmehr die Veränderung der Beziehung zu diesen Verhaltensaspekten und daraus folgend die Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten trotz gegebener Beschränkungen. 

Es geht nicht primär um die Änderung bestimmter Einstellungen und Verhaltensweisen, sondern vor allem um einen anderen Umgang mit Gedanken und Verhaltenstendenzen auf dem Hintergrund bestimmter zentraler Lebenswerte und kurz-, mittel- und langfristiger Ziele. 

Es geht primär darum, jede Vermeidung unangenehmer Erlebnisweisen abzubauen und ein engagiertes, wertebezogenes Handeln aufzubauen. Angesichts der vielen chronischen körperlichen und seelischen Störungen wird keine Heilung, sondern nur ein anderer Umgang mit den Beschwerden zur Verbesserung der Lebensqualität angestrebt. 


Schlagwörter: mir geht es so schlecht, wie soll ich damit klarkommen, Probleme lösen, chronische Schmerzen, chronische Leidenszustände, Akzeptanz, wie lerne ich zu akzeptieren.