Warum wir Leiden - Soll und Ist

Wie entsteht eigentlich seelisches Leid? Wir leiden, weil wir ständig versuchen den Soll- Zustand und den Ist-Zustand abzugleichen. Das was IST soll dem weichen was SOLL, das was IST darf nicht sein, müßte es doch anders sein! Wir beschäftigen uns nicht gerne mit dem was IST und jagen dem nach was sein SOLL. So entsteht Leid, durch die Diskrepanz zwischen dem IST und dem SOLL.

Dabei gibt es aber das Phänomen, dass alles was wir mit Gewalt wegdrücken möchten, doppelt und dreifach sich wieder zu Wort meldet - und das ganze fängt von vorne an. 

Es gibt da noch etwas wichtiges zu bedenken, nämlich, dass wir nicht alles ändern können. Es gibt durchaus Dinge, die eben nicht in unsere Macht stehen und da mag der SOLL Zustand noch so toll aussehen - wir werden ihn einfach nicht erreichen.

In einer Verhaltenstherapie können Sie lernen den IST Zustand zu akzeptieren und ihn sich zu Nutze machen - wir nennen das ACT (Akzeptanz und Commitment Therapy):

Zentrales Behandlungsziel ist nicht primär die direkte Reduktion oder Veränderung unangenehmer Gedanken, Gefühle, Reaktionen und Körperempfindungen zu erstreben, sondern vielmehr die Veränderung der Beziehung zu diesen Verhaltensaspekten und daraus folgend die Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten trotz gegebener Beschränkungen. 


Es geht nicht primär um die Änderung bestimmter Einstellungen und Verhaltensweisen, sondern vor allem um einen anderen Umgang mit Gedanken und Verhaltenstendenzen auf dem Hintergrund bestimmter zentraler Lebenswerte und kurz-, mittel- und langfristiger Ziele. 

Es geht primär darum, jede Vermeidung unangenehmer Erlebnisweisen abzubauen und ein engagiertes, wertebezogenes Handeln aufzubauen. Angesichts der vielen chronischen körperlichen und seelischen Störungen wird keine Heilung, sondern nur ein anderer Umgang mit den Beschwerden zur Verbesserung der Lebensqualität angestrebt. 


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